Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/17 - 12.09.2017

In Wuppertal droht 21.815 Menschen Armut im Alter

Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat der DGB Wuppertal heute auf die wachsende Gefahr von Altersarmut hingewiesen.

Mit drei Kampagnenwagen war der DGB in Wuppertal unterwegs, einer stand am Vormit-tag vor dem Rathaus in Barmen. Dort trafen sich die Gewerkschafter/-innen mit der Bun-destagskandidatin Sylvia Meyer (Bündnis90/Die Grünen) und den Bundestagskandidaten Rainer Spiecker (CDU), Helge Lindh (SPD) und Bernhard Sander (Die Linke).

Der DGB und seine 8 Mitgliedsgewerkschaften machten deutlich, dass Ende vergangenen Jahres in Wuppertal 21.815 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat verdienten. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit her-vor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Bei-tragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Sen-ken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird.
„Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Ent-wicklung der Löhne“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Guido Grüning. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dür-fen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausge-glichen werden. Grüning sieht das kritisch: „ Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerk-schaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und die Wuppertaler Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag damit konfrontiert. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen.“

SV Wuppertal

Guido Grüning


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