Deutscher Gewerkschaftsbund

24.08.2012

DGB: Beschäftigte in Mönchengladbach haben immer noch ein hohes Entlassungsrisiko

Über 45% der LeiharbeitnehmerInnen verloren 2011 ihren Job

Nach Berechnungen des DGB haben 10.257 Beschäftigte in Mönchengladbach im vergangenen Jahr ihren regulären Job verloren und sind arbeitslos geworden. Sie mussten sich unmittelbar nach einer sozialversicherten Beschäftigung arbeitslos melden.

"Trotz guter Konjunktur und steigender Klagen von Unternehmen über Fachkräftemangel, hat gut jeder achte sozialversichert Beschäftigte in Mönchengladbach in 2011 den Job verloren", so DGB-Regionalsekretär Klaus Churt.

Zuletzt wurden in Mönchengladbach 85.755 sozialversichert Beschäftigte gezählt. Gemessen daran sind im Laufe des Jahres 2011 in Mönchengladbach rd. 12% der Beschäftigten arbeitslos geworden. Nach Meinung des DGB wird in einigen Branchen immer noch zu wenig getan, um Fachkräfte zu halten und ihnen gute und stabile Beschäftigungschancen zu eröffnen. Auch der gestiegene Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse zeigt, dass die Konkurrenz der Betriebe um gute Fachkräfte längst nicht überall sehr intensiv sein kann. Bundesweit ist fast jede zweite Neueinstellung befristet.

Auch zwischen den Branchen gibt es deutliche Unterschiede in der Personalpolitik und der Stabilität der Arbeitsverhältnisse. So ist das Entlassungsrisiko im verarbeitenden Gewerbe in Mönchengladbach deutlich niedriger als in anderen Branchen. Es liegt bei 5,7%. Dabei muss sich diese Branche - aufgrund des hohen Exportanteils - der internationalen Konkurrenz in besonderer Weise stellen. In dieser Branche sind im letzten Jahr 938 Beschäftigte arbeitslos geworden, bei einem Beschäftigungsstand von im Schnitt 16.442 sozialversichert Beschäftigten.

In anderen - stärker auf die Nachfrage ausgerichteten Wirtschaftszweigen - ist das Risiko des Arbeitsplatzverlustes deutlich höher. Allein im Gastgewerbe haben 476 Arbeitskräfte in 2011 den Job verloren, mehr als 23%.

In der Leiharbeit ist das Arbeitsplatzrisiko noch höher. Hier sind innerhalb eines Jahres über 45% der Leiharbeitskräfte arbeitslos geworden. Diese absolut hohe Personalfluktuation zeigt, dass Heuern und Feuern im Verleihgewerbe immer noch an der Tagesordnung ist und Verleiher personalpolitische Risiken schnell auf die Sozialsysteme verlagern. "Instabile und prekäre Beschäftigung tragen nicht zum Abbau eines Fachkräftemangels bei, sondern verschärfen ihn eher", so Churt.


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