Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07/2018 - 23.03.2018

Immer weniger Langzeitarbeitslose finden in Mönchengladbach eine Arbeit

Immer weniger Langzeitarbeitslose finden in Mönchengladbach einen neuen Arbeitsplatz. In den letzten zwölf
Monaten nahmen 768 Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt auf. Im gleichen Zeitraum
ein Jahr zuvor waren es noch 845 Personen. Die Zahl der Arbeitsaufnahmen ging somit um 9,1 Prozent zurück.

„Die grundsätzlich stabile Lage am Arbeitsmarkt in Mönchengladbach darf nicht darüber hinwegtäuschen,
dass die Spaltungen am Arbeitsmarkt noch tiefer geworden sind. Die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf
einen Arbeitsplatz sind nochmals schlechter geworden. Der Markt wird es nicht richten und das Problem der
Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen. Notwendig ist ein beherztes Aktionsprogramm des Bundes, das Langzeit-
arbeitslosen auch in Mönchengladbach Perspektiven eröffnet. Jetzt kommt es darauf an, dass die neue Bundes-
regierung die versprochenen Hilfen für Langzeitarbeitslose zügig und vor allem in guter Qualität einführt‘‘,
erläutert Emrah Bektas, Vorsitzender des DGB Mönchengladbach.

Als langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr und länger arbeitslos ist. In Mönchengladbach sind aktuell 6.203
Personen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter als Langzeitarbeitslose registriert. Ihr Anteil an der
Gesamtarbeitslosigkeit liegt bei 42 Prozent.

Der DGB Mönchengladbach kritisiert vor allem, dass Arbeitslose, die Hartz-IV-Leistungen erhalten, bisher
nur sehr unzureichend gefördert würden. Das Hartz IV System ist nach wie vor völlig unterfinanziert, weil
immer mehr Mittel für die Verwaltungskosten aufgewendet werden müssen. Von 100 Arbeitslosen im
Hartz-IV-System erhält nur einer im Bundesdurchschnitt eine Weiterbildung, die zu einem Berufsabschluss
führt. In der Arbeitslosenversicherung sei der Anteil der Personen in solchen Bildungsmaßnahmen vier mal
höher. „Wir müssen dieses Zwei-Klassensystem in der Arbeitsförderung endlich überwinden. Bildungsmaß-
nahmen müssen ausgebaut werden, damit Abschlüsse nachgeholt werden können und neue Perspektiven
eröffnet werden“, fordert Bektas weiter.

Der DGB begrüßt, dass die neue Bundesregierung zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in einem
sogenannten „Sozialen Arbeitsmarkt“ schaffen und dafür vier Milliarden Euro bereitstellen will. Entscheidend
ist jedoch die Umsetzung. Anders als bei den „1-Euro-Jobs“ darf es nicht um drittklassige Arbeitsverhältnisse
gehen sondern um Gute Arbeit. „Vormals Arbeitslose erleben soziale Teilhabe dann, wenn sie etwas Sinnvolles
tun, einen ordentlichen Arbeitsvertrag haben und einen Lohn bekommen, der sie unabhängig von Hartz IV
macht“, so Bektas abschließend.

Mit freundlichen Grüßen


Emrah Bektas
DGB-Stadtverbandsvorsitzender

 

 


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