Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 04/2018 - 18.10.2018

DGB-Stadtverband Wuppertal: Jobcenter soll Offensive für Alleinerziehende starten

45 Prozent der Alleinerziehenden in Nordrhein-Westfalen sind auf Hartz IV angewiesen. Das ist deutlich mehr als in jeder anderen Familienform. Alleinerziehende verfügen im Schnitt seltener über eine berufliche Ausbildung als andere Hartz-IV-Bezieher. In Wuppertal haben ca. 600 Alleinerziehende in Hartz IV im März 2018 keinen Schulabschluss (40%), ca. 1.100 keinen Berufsabschluss (76%).

DGB-Vorsitzender Guido Grüning fordert deshalb einen verstärkten Einsatz für die Qualifizierung von Alleinerziehenden durch das Jobcenter:

„Die fehlenden Abschlüsse können durch die Situation bedingt sein. Wenn das Kind oder die Kinder vor oder während einer Ausbildung geboren werden, dann ist der Abschluss nicht immer einfach. Ein Abschluss ist jedoch das A und O am Arbeitsmarkt. Arbeitslose Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung – egal, ob sie ihren Schulabschluss nachholen, eine Ausbildung machen oder sich beruflich weiterbilden wollen.

Vor allem müssen die finanziellen Rahmenbedingungen während der Weiterbildung verbessert werden. Wir brauchen einen Zuschlag auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV, wenn eine Weiterbildung gemacht wird, damit sich der Abschluss der Weiterbildung mehr lohnt als ein kurzfristiger Job im Niedriglohnbereich. Das könnte politisch auch sehr schnell beschlossen werden, wenn der Zuschlag noch ins laufende Gesetzgebungsverfahren zum ‚Qualifizierungschancengesetz‘ aufgenommen wird.

Die Praxis zeigt auch, dass Teilzeit-Ausbildungen am besten geeignet sind, um berufliche Fortschritte und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Arbeitsagenturen und Jobcenter haben das erkannt, sollten dieses Instrument aber noch stärker fördern, Unternehmen sollten sich stärker öffnen.“

Mit freundlichen Grüßen

 

Guido Grüning
DGB-Stadtverband Wuppertal


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