Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2016-03 - 10.03.2016

„Ausbildung und Arbeit im Kreis Viersen: Wir packen es an!!!!“

Der CDA-Kreisverband Viersen griff folgende Problematik auf: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze steigt, aber die Zahl der Bewerber auch, so dass es allein im Kreis Viersen schätzungsweise immer noch eine Lücke von rund 1000 Plätzen gibt. Er sieht Handlungsbedarf für alle Beteiligten, wie Firmen, Politik, Verbänden und Schulen. Ziel ist es, jedem jungen Menschen die Startchance ins Leben zu geben und den Bedarf der Wirtschaft nach qualifizierten, jungen Arbeitnehmer_innen zu decken. 

Am Donnerstag, den 03.03.2016, hatte der CDA-Kreisverband Viersen zu der o.g. Veranstaltung in das Hotel-Restaurant „Zur eisernen Hand“ in Viersen geladen. Nach einem Grußwort des Landrats des Kreises Viersen, Dr. Andreas Coenen, stellten die Referenten ihre Berührungspunkte dar und standen anschließend bei der Podiumsdiskussion Rede und Antwort.

Uwe Schummer machte deutlich, dass das duale Ausbildungssystem in Deutschland immens wichtig sei und Vorbildcharakter für die gesamte Welt habe und dass die jungen Menschen, die eine abgeschlossene bzw. weiterführende Berufsausbildung vorweisen können, in der Anerkennung mit  Abiturienten und akademischen Abschlüssen gleichwertig zu sehen seien. Dual ausgebildete Menschen  hätten oftmals mehr Lebenskompetenz als Studenten nach einem Studium und sollten die gleichen Aufstiegs- und Weiterbildungschancen bekommen. Leider habe die Bereitschaft eine Ausbildung zu absolvieren in den letzten Jahren immer mehr abgenommen, so dass inzwischen fast 60% eines Schuljahrganges Abitur mache und ein großer Teil der Abiturienten ein Studium anstrebe. 

Die engagierten Ausbilder in Handwerk und Dienstleistung erklärten, dass es immer schwieriger geworden sei, passende und lernwillige Auszubildende für ihre Betriebe zu finden, dem die Schulleiterin und die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit entgegenhielten, dass viele Betriebe gar nicht mehr ausbildetenn oder ihren möglichen Bedarf an Auszubildenden nicht publizieren würden. Außerdem fehle es an erlebbaren Orientierungsmöglichkeiten, wie z. B. Praktikumsplätzen. 

Eine Vermittlungsposition nahmen Petra Pigerl-Radtke und Thomas Högel ein. Sie führten an, dass es bereits verschiedene Programme gäbe, z. B. um schwer vermittelbare Jugendliche zu fördern und zu fordern oder Bewerbungstipps und Stellenbörsen von  verschiedenen Institutionen und dass es inzwischen auch viele interessante Berufe gäbe, die Perspektiven geben, aber vielen noch nicht bekannt seien. Außerdem solle man doch von dem Drang zu immer höheren Bildungsabschlüssen weggehen und auch dem guten Hauptschulabschluss wagen, weil er in vielen Berufen als Ausgangsqualifikation ausreichend sei. 

Über fünfzig interessierte Teilnehmer, u.a. Silvia Högel, Gunter Fischer und Klaus Neufeldt aus dem DGB-Kreisverband Viersen, die erst interessiert den Vorträgen der Referenten lauschten, nahmen anschließend rege an der Diskussionsrunde teil, die ohne weiteres als Herzstück der Veranstaltung zu benennen ist.  

An Schluss der Veranstaltung stand der gemeinsame Wunsch nach einer starken Vernetzung von allen Beteiligten, um Angebote und Bedürfnisse besser miteinander in Einklang zu bringen. Wir brauchen gut ausgebildete Menschen, die sich lebenslang weiterbilden, um die deutsche Erfolgsgeschichte fortführen zu können.

Foto: CDA-Viersen

Die Referenten waren v.l.n.r: Robert Vincken, Geschäftsführer und Ausbilder des real-marktes Viersen; Anne Daniels, Vorsitzende des CDA-Kreisverbands Viersen; Uwe Schummer, Bundestagsabgeordneter; Robert Hellmann, Innungsobmeister und Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft; Birgitta Kubsch-von-Harten, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Krefeld; Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK Mittlerer Niederrhein; Thomas Högel, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Viersen und Gisela Werner, Leiterin des Berufskollegs Viersen. Foto: CDA-Viersen


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis