Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2016-4 - 08.04.2016

Industrie 4.0 – Fluch oder Segen für die Gewerkschaften?

Die Veranstaltung „Industrie 4.0 – Fluch oder Segen für die Gewerkschaften?“ zu der, der DGB-Kreisverband Viersen am 06. April 2016 ins Restaurant „Zur eisernen Hand“ in Viersen einlud, stieß bei Gewerkschafter_innen, lokalen Politiker_innen und interessierten Bürger_innen auf großes Interesse.  

„Noch stehen wir am Anfang der Entwicklung „Industrie 4.0“ – der digitalisierten und vernetzten Produktion. Doch die Fragen, die den Wettlauf um immer dynamischere und komplexere Technologien begleiten, sind präsent und müssen beantwortet werden, so Thomas Högel, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Viersen. Wie werden Politik und Gesellschaft, Unternehmen und Gewerkschaften, Beschäftigte und die betriebliche Interessenvertretung dieser Entwicklung gerecht? Über welche Kompetenzen müssen Facharbeiterinnen und Facharbeiter verfügen? Was bedeutet Industrie 4.0 für die Gestaltung von Arbeitsplätzen in der Zukunft? Welche Anforderungen stellt diese Entwicklung an die Interessenvertretungen vor Ort oder an die Gestaltung von Tarifverträgen? All diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. 

Nach der Begrüßung von Thomas Ziegler, Repräsentant der DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land und einem Grußwort von Kreisdirektor Ingo Schabrich stellte Dennis Radtke, der Bezirksleiter der IG BCE Bezirk Moers, das aktuelle Thema mit verschiedenen Aspekten in einer kurzweiligen Präsentation vor.  

Dabei ging es u.a. um enorme Chancen durch die Vernetzung von realer und virtueller Welt in der Produktion. Diese ermöglicht eine deutlich höhere Effizienz und kundenindividuelle Produkte. Die Digitalisierung der Arbeitswelt bedeutet die Verschmelzung von Informationstechnologie und Industrie und birgt für Unternehmen erhebliches Potential, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. 

Der Mensch spielt im technischen Innovationsprozess eine zentrale Rolle – als Entwickler und als Anwender. Er wird auch in Zukunft ein entscheidender Produktionsfaktor bleiben. Intelligente Automatisierung erfordert Erfahrung und Kreativität der Beschäftigten. Das heißt auch, dass hochqualifizierte Mitarbeiter_innen sehr gefragt sein werden – aber was passiert mit den schon jetzt gering qualifizierten Mitarbeiter_innen? Wie kann man sicherstellen, dass sie nicht bei der Entwicklung vergessen werden und aus dem Arbeitsleben katapultiert werden? 

Thomas Högel, Vorsitzender des DGB Kreisverbands Viersen, stellte im Anschluss einige aktuell in den Betrieben umgesetzte Aspekte von Industrie 4.0 vor und gab anschauliche Beispiele, wie Chancen und Risiken für uns alle aussehen können.  

Einigkeit bestand darin, dass das Thema engagiert beobachtet und angegangen werden muss. Außerdem sind Politik, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen gefordert, Rahmenbedingungen für die Beschäftigung zu gestalten und die Rechte der Arbeitnehmer_innen vehement einzufordern, damit Unternehmen und Gesellschaft in erheblichen Maße von dieser Entwicklung profitieren können.  

„Niemand darf den Kopf in den Sand stecken und abwarten was passiert, denn das würde bedeuten, dass die Entwicklung uns überholt und auf das Abstellgleis stellt. Wir alle müssen die Mitgestaltung und Mitbestimmung einfordern, sonst bekommen wir das, was wir nicht haben wollen“, so Högel abschließend.

 

 

Referenten mit Vorstand

V.l.n.r: Klaus Neufeldt, Thomas Ziegler, Ingo Schabrich, Dennis Radtke, Thomas Högel, Silvia Högel, Gunter Fischer, Sascha Müllers Moritz Fastabend

Im Vorgespräch

Links: Dennis Radtke, rechts Thomas Högel Silvia Högel

Begrüßung

Thomas Ziegler Silvia Högel

Grußwort

Ingo Schabrich, Kreisdirektor Viersen Silvia Högel

Referat

Dennis Radtke Silvia Högel

Plenum 1

Linke Reihe v.v.n.h: Thomas Högel, Klaus Neufeldt, Irene Steeger, 2.Reihe v.v.n.h: Sascha Müllers, Ingo Schabrich, Moritz Fastabend, Hans-Josef Busch, Thomas Pott, Julia Schöneberg, Ingo Klüsserath 3. Reihe v.v.n.h: Klaus Wienen, Jutta Wienen Thomas Krause, Cindy Miller 4. Reihe v.v.n.h: Volker Oertel, Marita Weissmann, Günter Weissmann, Benno Henschen Silvia Högel

Plenum 2

1. Reihe v.l.n.r: Klaus Wienen, Jutta Wienen, Thomas Krause, Friedhelm Quindt, Cindy Miller; 2. Reihe v.l.n.r: Moritz Fastabend, Hans-Josef Busch, Thomas Pott, Julia Schöneberg; 3. Reihe v.l.n.r: Thomas Ziegler, Gunter Fischer, Klaus Neufeldt, Florian Kettler, Irene Steeger, Andreas Gareißen Silvia Högel


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