Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08-2016 - 09.11.2016

„Arm trotz Arbeit“ darf nicht toleriert werden – Rente muss reichen!

Der Vorstand des DGB-Kreisverbandes Viersen traf sich am 04. November 2016 in Grefrath zu einer Klausurtagung, um nach zwei aktiven Jahren seit der Neugründung das Jahr 2017 zu planen. 

In den letzten zwei Jahren knüpfte der DGB-Kreisverband Viersen nicht nur Kontakte zu Politikern und demokratischen Parteien, sondern auch zu verschiedenen sozialen Einrichtungen im Kreis Viersen, wie z. B. zur Arbeiterwohlfahrt und der Armutskonferenz. „Wir konnten bei verschiedenen Aktionen, z.B. am Kempener Bahnhof zum Mindestlohn, zum Welttag für Menschenwürdige Arbeit oder bei den Rosenverteilaktionen zum Weltfrauentag in Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten und Schulen mit zahlreichen Gesprächen mit Arbeitnehmern und Bürgern feststellen, dass das Thema Armut in unserer Gesellschaft zunehmend in den Fokus rückt,“ so Thomas Högel, DGB-Kreisverbandsvorsitzender in Viersen.

 

Wie kommt es zu dieser besorgniserregenden Entwicklung?

„Von Steuersenkungen haben vor allem Unternehmen und Menschen mit hohen Vermögen und Einkommen profitiert. Gleichzeitig wurden Sozialleistungen abgebaut und der gewachsene Niedriglohnsektor sowie Leiharbeit und Minijobs greifen um sich. Die Schere zwischen Arm und Reich ist weiter aus einander gegangen. Wir fordern die Politik zum Handeln auf. Durch Instrumente wie die Wiedereinführung der Vermögensteuer und höhere Besteuerung von Gewinnen und hoher Einkommen könnte man für einen Handlungsspielraum gegen Armut und besonders gegen Kinderarmut schaffen,“ so Högel weiter.

 

In 2017 werden Aktionen und Veranstaltungen des DGB-Kreisverbandes Viersen diese Themenüberschrift tragen, denn Armut kann in unserer Gesellschaft nicht toleriert werden.

 

„Wir wollen uns auch in die aktuelle Rentendebatte einmischen und fordern eine deutliche Steigerung des Rentenniveaus. Ganz schlimm kann es die Arbeitnehmer treffen, die leider nicht stark genug in einer Gewerkschaft organisiert sind und noch nicht einmal einen Haustarifvertrag zum Einstieg in einen Flächentarifvertrag haben. Ein ganzes Leben lang gearbeitet und im Alter kommt die Altersarmut. Hier fordern wir als DGB-Kreisverband Viersen einen Kurswechsel, besonders von der Politik. Das Niveau der gesetzlichen Rente darf nicht weiter absinken. Viele gut organisierte Arbeitnehmer haben über ihre Gewerkschaften weitere Bausteine zur Altersvorsorge geschaffen, um die Versorgungslücke im Alter zu schließen. Besonders schlimm trifft es aber diejenigen, die das gesetzliche Rentenalter von 67 nicht in ihrem Beruf erreichen oder sogar eine Erwerbsminderungsrente beantragen müssen. Hier muss dringend nachgebessert werden. Wir fordern einen Kurwechsel in der Rentenpolitik und werden 2017 vor den Wahlen Aktionen begleiten,“ so Högel abschließend.

 

Armut und unzureichende Rente - zwei Schwerpunktthemen die miteinander verknüpft sind und vom DGB Kreisverband Viersen weiter mit Veranstaltungen und Aktionen in 2017 begleitet werden, um Öffentlichkeit zu schaffen.

Vorstand bei ihrer Klausurtagung

Foto: V.l.n.r.: Andreas Kloss, Silvia Högel, Gunter Fischer, Thomas Högel, Klaus Neufeldt, Sigrid Wolf, DGB Regionsgeschäftsführerin und Thomas Ziegler Foto: Thomas Högel


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