Deutscher Gewerkschaftsbund

09.06.2011

DGB: Immer mehr Menschen in Mönchengladbach arbeiten im Niedriglohnsektor

15% Steigerung seit 2000

Nach einer Auswertung des DGB von regionalen Arbeitsmarktdaten der Bundesregierung, arbeiten immer mehr Menschen in Mönchengladbach im Niedriglohnsektor. Im Jahr 2009 waren 12.556 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nachgingen, im Niedriglohnsektor beschäftigt. Dies ist Anteil von 20,6 Prozent an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ohne Mini-, Midi- und Teilzeit- Jobs.

Seit dem Jahr 2000 ist ihre Zahl um über 1.600 oder 15 Prozent gestiegen. Schockiert ist der DGB vom Ausmaß des Niedriglohnbereiches bei jungen Menschen und bei Frauen. Unter den 15- bis 24-Jährigen, die einem sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob (ohne Auszubildende) nachgehen, werden in der Stadt 53,2 Prozent mit Niedriglöhnen abgespeist. Ähnliches liefert die Auswertung für Frauen. Demnach ergibt sich für die Frauen in der Stadt eine Niedriglohnquote von 31,7 Prozent.

"Niedriglöhne bedeuteten nicht nur für die Betroffenen und ihre Familien eine entwürdigende Situation, sie tragen in einem besonderen Maße zur weiteren Spaltung der Gesellschaft bei"’, so der DGB-Vorsitzende Hans Lehmann. Der ausufernde Niedriglohnsektor ist nach Meinung des DGB Folge der Arbeitsmarktreformen in den letzen Jahren.

Der DGB fordert die hiesigen Bundestagsabgeordneten auf, den Handlungsbedarf zu erkennen und endlich einen gesetzlichen Mindestlohn von mindesten 8,50 Euro pro Stunde einzuführen und das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" in der Leiharbeitsbranche umzusetzen.


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