Deutscher Gewerkschaftsbund

11.12.2012

DGB: Niedriglohn für knapp 25 % der Vollzeitbeschäftigten in Mönchengladbach

15.389 Vollzeitkräfte in der Stadt Mönchengladbach verdienen miserabel. Sie arbeiteten nach einer aktuellen Erhebung des DGB für einen Niedriglohn. Im Jahr 2010 waren dies 24,8 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten. Auszubildende nicht mitgezählt.

Die Niedriglohnschwelle 2010 lag in allen westdeutschen Ländern bei einem Monatsbrutto von 1.890 Euro. Die Quote der Vollzeitbeschäftigten am Niedriglohnsektor in Mönchengladbach mit Berufausbildung betrug 17,3 %. Bei denen ohne Berufsabschluss 40,4 %. Das Risiko, einen Niedriglohn zu erhalten, ist somit für Beschäftigte ohne Berufsabschluss in Mönchengladbach mehr als doppelt so hoch wie für Qualifizierte.

Nach Einschätzung des DGB haben Menschen, die wenig verdienen, oftmals auch ein instabiles Arbeitsverhältnis und ein hohes Entlassungsrisiko. Die beruflichen Aufstiegschancen für Niedriglohnverdiener sind in Deutschland ungünstiger als in vielen anderen Industrieländern. Die Chancen, in besser bezahlte Jobs aufzusteigen, sind in Deutschland relativ gering. Viel häufiger als der Einstieg in besser bezahlte Tätigkeiten, ist eine Verfestigung der Niedriglohnfalle.

Der Niedriglohnsektor in Mönchengladbach ist nach Einschätzung des DGB auch eine Zeitbombe für künftige Altersarmut. Wer über einen längeren Zeitraum wenig verdient, wird künftig verstärkt von Altersarmut bedroht sein. Hinzu kommt, dass private Altersrücklagen bei niedrigem Einkommen so selten sind, dass das soziale Problem der Altersarmut dadurch kaum gemindert werden kann.

Quelle: DGB-Berechnungen nach BA-Entgeltstatistik für 2010

Für die Erhebung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwendete Definition über Niedriglöhne zugrunde gelegt. Danach zählt zu den Geringverdienern, wer in seinem Land auf weniger als zwei Drittel des mittleren (durchschnittlichen) Lohns kommt. Wegen des immer noch deutlichen Lohngefälles zwischen Ost und West wurde nicht die bundesweite Niedriglohnschwelle, sondern eine differenzierte für West und Ost zugrunde gelegt. Danach lag die Niedriglohnschwelle 2010 in den alten Ländern bei 1.890 Euro brutto im Monat und in den neuen Bundesländern bei 1.379 Euro. Ausgewertet wurden die Meldungen für die Sozialversicherungen, die die Arbeitgeber in der Stadt vornehmen. In der Stadt Mönchengladbach wurden die Meldungen für 62.054 Vollzeitbeschäftigte mit sozialversichertem Job einbezogen, für die alten Bundesländer rd. 16,6 Mio. und für die neuen Bundesländer gut 3,9 Mio. Meldungen.

 


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