Deutscher Gewerkschaftsbund

26.11.2012

DGB: Viele Vollzeitbeschäftigte im Kreis Viersen künftig von Altersarmut bedroht

Jede/r zweite Vollzeitbeschäftigte mit sozialversichertem Job verdiente 2010 im Kreis Viersen weniger als 2.625 € brutto im Monat. Einmalige Leistungen wie Überstundenzuschläge oder Weihnachtsgeld sind dabei berücksichtigt und Auszubildende nicht mitgezählt. Danach verdienten Vollzeitbeschäftigte in Mönchengladbach durchschnittlich 214 €  im Monat weniger als im NRW-Landesdurchschnitt (2.839 € brutto im Monat).

Im Kreis Viersen zeigen sich große Unterschiede zwischen den Beschäftigtengruppen:

  • Männer erzielten meist ein deutlich höheres Bruttomonatsentgelt als Frauen. Im Mittel verdienten sie 2.790 € brutto im Monat gegenüber 2.237 € bei den Frauen. Dieser große Verdienstunterschied von 553 € monatlich erklärt sich wesentlich durch die geschlechtsspezifischen Tätigkeitsschwerpunkte; so arbeiten Frauen häufig im Dienstleistungssektor mit einem relativ niedrigeren Entlohnungsniveau gegenüber dem Produzierenden Gewerbe, wo Männer häufiger tätig sind.
  • Vollzeitbeschäftigte ohne abgeschlossene Berufsausbildung verdienten im Kreis Viersen durchschnittlich nur 2.365 € brutto im Monat und damit weniger als im NRW-Durchschnitt (2.453 €).

Die Angst vieler Beschäftigter, dass sie mit ihrer Rente im Alter nicht auskommen, ist wie die Zahlen zeigen, nicht unbegründet. Insbesondere Frauen sowie Arbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Kreis Viersen sind oftmals von Altersarmut bedroht. Altersarmut ist noch kein größeres Massenproblem, doch in Zukunft droht ihre Zahl deutlich anzusteigen. Durch die geplante Senkung des Rentenniveaus auf 43 % müssen Beschäftigte mit einem Einkommen von 2.500 € im Monat 35 Jahre in die Rentenkasse einzahlen, um mehr als Grundsicherung im Alter zu bekommen. Bei einem Monatseinkommen von 2.200 € droht bei Renteneintritt immer noch Sozialhilfebedürftigkeit, selbst wenn man 40 Jahre gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt hat. Die Folgen der Absenkung des Rentenniveaus werden in der Zukunft für viele Beschäftigte im Kreis Viersen gravierend sein.

Die Daten zu den Verdienstunterschieden im Kreis Viersen beruhen auf einer Sonderauswertung der Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung.
Quelle: Sonderauswertung Bundesagentur für Arbeit

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